- Persönlich

K

Gott, danke für…?

„Gott aber sei Dank für seine unaussprechliche Gabe!“       

Paulus in 2. Korinther 9,15

 

Haben Sie heute schon gedankt? Ja? Das ist schön. Mit einem kleinen „Danke“ für eine Hilfe oder für Mitbringsel erfreuen Sie ihre Mitmenschen. Oder haben Sie heute etwa noch nicht gedankt? Dann denken Sie bitte Mal nach, wofür Sie ihren Liebsten danken könnten.

Kleinen Kindern müssen Eltern das Danken beibringen. Bestimmt kennt jeder von uns den Spruch: „Wie sagt man…?“ Danken will also gelernt sein. Die Zeit ab Ende September/Anfang Oktober ist dafür geeignet, sich mal Gedanken über das Danken zu machen. Denn in dieser Zeit feiern wir traditionell das Erntedankfest. Vor der Erfindung der Supermärkte und Discounter waren die Menschen auf das angewiesen, was auf den Feldern und Gärten in ihrer nächsten Umgebung wuchs. Einige können sich auch jetzt noch an diese Zeiten erinnern. Man war angewiesen auf gutes Saatgut, die richtige Mischung von Regen und Sonnenschein, die Lufttemperatur und vieles mehr. Dinge, auf die Menschen bis heute keinen Einfluss haben.

In der Bibel können wir lesen, dass Gott alle diese wichtigen Dinge, die ein kleiner Samen braucht, um aufzugehen und zu wachsen, in seiner Hand hält. Deswegen ist es ihm ein wichtiges Anliegen, dass Menschen sich letztlich von ihm abhängig wissen und ihm für die guten Dinge danken. Er hat sogar für die Juden in den 5 Büchern Mose Anordnungen für zwei Erntefeste gegeben. Der Hintergrund: Die Menschen sollen in Dankbarkeit fröhlich sein!

Im 9. Kapitel des zweiten Briefes an die Gemeinde in Korinth wirbt Paulus für eine Spendensammlung. Offensichtlich geht es den Korinthern materiell gut. Sie haben genug Nahrungsmittel und sind auf finanziell von Gott gesegnet. Paulus, der im römischen Reich viel umher gereist ist, kennt aber auch die Situation in anderen Gemeinden. Den Jerusalemer Christen ging es zu dieser Zeit schlecht, deshalb sammelt Paulus auf seiner Reise eine Kollekte ein – ein Prinzip, dass wir heute immer noch in unserem Gottesdienst haben.

Paulus bittet um Geld. Aber er tut dies nicht mit erhobenem Zeigefinger, so nach dem Motto: „Du musst jetzt aber…“ Nein. Sondern er schreibt: „Ein jeder, wie er's sich im Herzen vorgenommen hat, nicht mit Unwillen oder aus Zwang.“ (2. Kor. 9,7). Eine Gabe ist immer freiwillig, man soll sich noch nicht einmal selbst dazu zwingen. Wie soll eine „Abgabe“ ohne (Selbst-) Zwang funktionieren? Im Grunde geben wir Menschen doch ungern von unserem Besitz und Reichtum ab. Und wenn, dann oft auch mit Widerwillen. Paulus weiß darum; er lenkt deshalb den egoistischen Blick auf sich selber hin zu Gott. Er erinnert seine Leser daran, von wem sie ihr Eigentum empfangen haben: vom allmächtigen Vater im Himmel: „Gott aber kann machen, dass alle Gnade unter euch reichlich sei, damit ihr in allen Dingen allezeit volle Genüge habt und noch reich seid zu jedem guten Werk.“ (2. Kor 9, 8).

Paulus tritt ein wenig wie ein Vater auf, der sein Kind zum Danken erzieht: Vergesst nicht zu danken! Denkt daran, was Gott Gutes für euch getan hat. Aber wofür können wir heute noch danken? Die wenigsten von uns sind direkt von der Landwirtschaft abhängig. Brot holt man beim Bäcker, Mehl aus dem Supermarkt, Obst und Gemüse werden außerhalb ihrer Saison aus fernen Ländern hierhergebracht. Wir leiden keinen Mangel – und genau dafür dürfen wir danken!

Meine Jungschargruppe habe ich vor ein paar Tagen gefragt, wofür man Gott danken kann. Es kam eine erstaunlich lange Liste zusammen: Essen & Trinken, Familie & Freunde, Geburtstage, Jesus Christus, die Bibel, sogar die Schule und viele Sachen mehr. Die Kinder haben ein großes Plakat damit gefüllt, am Ende war kein Platz mehr, noch Weiteres darauf zu schreiben. Alles zusammen sind „unaussprechliche Gaben Gottes“. Ich denke, wir können gar nicht alles aufzählen.

Wie kann man denn Gott danken?

Da gibt es viele Möglichkeiten. Die einfachste ist, im Gebet Gott zu danken. Man kann sich die Zeit nehmen und beten: „Gott, ich danke dir für…“ Im 2. Korintherbrief bitte Paulus um Spenden als Ausdruck des Dankens. Auch das ist möglich. Oft werden in der Bibel auch Dankeslieder beschrieben. Diese Mög-lichkeit kennen wir auch; bestimmt ist vielen der Text des Liedes „Danke für diesen guten Morgen“ geläufig. So kann jeder und jede von uns eine eigene Art „Danke“ zu sagen finden.
Wenn ich mein Leben im Rückblick betrachte, kann ich einfach nur dankbar sagen: „Gott, danke für deine unzähligen und unaussprechlichen Gaben!“

Herzlich grüßt Sie/Dich,
Katharina Würden-Templin (Redaktion)


 

 
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