- Persönlich

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Gemeinsam geht mehr!


„Sie verkauften Güter und Habe und teilten sie aus unter alle, je nachdem es einer nötig hatte..“   

(Apostelgeschichte 2,45)

 

Mancher glaubt, man käme am besten im Leben zurecht, wenn man vor allem auf sich und seine Interessen achtet. Das ist jedoch ein Trugschluss. In der Kindheit und Jugend und mit dem fortschreitenden Alter sind wir zunehmend auf die Hilfe Anderer angewiesen. Und auch zwischendurch gibt es Lebenskrisen, die niemand alleine bewältigen kann. Leben funktioniert nur im Miteinander. Deswegen geht bis heute von den Schilderungen des Lebens der ersten Gemeinde in Jerusalem eine große Anziehungskraft aus. Das war lebendige Gemeinschaft. Wer in Not geriet, der wurde aufgefangen.

"Sie verkauften Güter und Habe und teilten sie aus unter alle, je nachdem es einer nötig hatte." - so die Schilderung in der Bibel. Das war nun kein Ur- oder Liebeskommunismus, wie mancher es formuliert hat. Auch weiterhin gab es Privateigentum. Viele Christen lebten in Armut, einige waren wohlhabend. Hin und wieder trennten sich die Wohlhabenden von einem Teil ihres Besitzes und spendeten den Erlös der Gemeinde. Und so konnte man Notleidenden helfen. Witwen waren dies oder auch Waisenkinder, manchmal gehörten auch ganze Familien dazu.

Not kannten die Menschen, die vor etwa 150 Jahren im nördlichen Westerwald lebten auch. Damals war man angewiesen auf den Ertrag der heimischen Äcker und Gärten. Auch die Wälder halfen beim Überleben. Gab es eine Missernte, konnte die Not nur im Miteinander bewältigt werden. Sonst verhungerten Menschen. Man teilte, was man hatte - und überlebte. Die Hilgenrother Schulchronik zum Beispiel schildert das anschaulich.

Diese elementare Not ist uns heute unbekannt. Niemand verhungert in unserem Land, auch wenn mancher in bescheidenen Verhältnissen lebt. Auf diesem Hintergrund sagt es sich leicht: "Ich komm schon alleine zurecht!" Diese fragwürdige Lebenshaltung entsteht auf dem Hintergrund einer Wohlstandsgesellschaft. Das gute Einkommen und der solide Besitz erzeugen scheinbare Sicherheit. Die Lebenswirklichkeit sieht anders aus. Jeder und jede ist irgendwann im Laufe seines Lebens alleine hilflos: als Kind und als älter werdender Mensch. Darum gibt es keinen Menschen, der nicht irgendwann auf die unterstützende Hilfe einer Gemeinschaft angewiesen wäre. Wir brauchen eine Kultur des Miteinander!

Sie ist lebenswichtig! Natürlich gehört auch der Wettbewerb dazu. Er macht z.B. dann Spaß, wenn leistungsfähige Sportler gegeneinander antreten. Beherrschen Wettbewerb und Konkurrenz das gesellschaftliche Leben, ist dies demütigend für die, die an Leistungsfähigkeit verlieren und darin eingeschränkt sind. Angeschlagene Menschen werden dann erst richtig krank. Belastend ist dies für sie und auch für die Gesellschaft.

Das Miteinander bei den ersten Christen in Jerusalem setzte Kräfte frei. Ein beeindruckendes Gemeinwesen bildete sich, von dem sich immer mehr Menschen angezogen fühlte.

Es entstand eine Gemeinschaft, in der Jesus Christus Kompass und Kraftquelle war. Und dieser Jesus führt auch heute Menschen zusammen und schenkt Kraft. Die brauchen wir in einer Welt, die sich anscheinend immer schneller verändert. Der Glaube an Jesus Christus wird zum Anker, der Halt geben kann.

Gemeinsam geht mehr!

Herzlich grüßt Sie/Dich,
Hans-Jürgen Volk (Pfarrer)


 

 
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