- Persönlich

K

Anleitung fürs Leben?

„Dein Wort ist eine Leuchte für mein Leben, es gibt mir Licht für jeden nächsten Schritt.“       

Psalm 119,105; Gute Nachricht Bibel

 

„Die Bibel ist ein altes Märchenbuch.“ – „Wer an die Bibel glaubt, glaubt auch, dass die Erde eine Scheibe ist.“ – „Die Bibel wurde nur erfunden, damit die Kirche Macht hat.“    
Ich finde es immer schade, wenn ich solchen Aussagen begegne – meistens im Internet und in den Sozialen Medien. Ich lese gerne die Kommentare auf Nachrichtenseiten, denn ich finde es richtig interessant, was Menschen zu aktuellen Nachrichten meinen. Da geht es schon mal lustig, aber auch kontrovers und sogar beleidigend zu. Mir fällt oft aus, dass Menschen einfach nur ihre Meinung loswerden wollen und andere Sichtweisen gar nicht respektieren. Da frage ich mich: Was sind das für Menschen, die da vor ihren Bildschirmen sitzen und ihre Weltanschauung in die Tastatur meißeln?    
Gerade wenn es um das Thema Religion oder Kirche geht, schnellt die Anzahl der Kommentare in die Höhe – wie zum Beispiel im Januar, als es in der katholischen Kirche eine Diskussion gab, ob man das Vaterunser neu übersetzen sollte. Schnell wird auch zur Sprache gebracht, dass die Bibel nur „altmodische Fantasy-Literatur“ sei.    
Ich fahre meinen Laptop runter und gehe zu meinem Bücherregal mit den Bibeln. Ich habe mehrere Ausgaben: Elberfelder Bibel, BasisBibel, Gute Nachricht Bibel, Neues Leben, das griechische Neue Testament, Luther-Bibeln und sogar die Volxbibel. Wie kommt es nur, dass so viele Menschen Vorurteile gegen Gottes Wort haben, frage ich mich und greife zur Gute Nachricht Bibel mit dem bunten Umschlag.     Richtig fröhlich und frech ist sie aufgemacht, beim Durchblättern springen mir mehrere farbenfrohe Infoseiten ins Auge – eine Ausgabe für Teenager. In der Mitte stehen die Psalmen, eine Liedersammlung. Psalm 119 hält den Rekord als längstes Kapitel der Bibel, 176 Verse hat er.  Er ist ein kunstvolles Lied, dessen 22 Strophen in der hebräischen Originalsprache jeweils mit einem anderen Buchstaben  des hebräischen Alphabets beginnen – ein Loblied auf … Gottes Wort!    
Ich setze mich an unseren Küchentisch und betrachte dieses geschriebene Kunstwerk. Vers 105 fällt mir auf. Ich komme ins Nachdenken: Ist Gottes Wort wirklich meine Leuchte? Gibt es mir Licht auf meinem Lebensweg? Was bedeutet überhaupt „Gottes Wort“?    
Ein weitgefasster Begriff … Er kann Bibel, 10 Gebote, Prophezeiungen, Ord-nungen, Gesetz, Mahnungen oder Befehle bedeuten – und Jesus Christus wird auch als „Gottes Wort“ bezeichnet. Der Autor von Psalm 119 hatte natürlich noch keine vollständige Bibel vorliegen; er bezieht sich wohl auf das „Gesetz“, auch „Thora“ genannt. Damit sind die 5 Bücher Mose gemeint.    

Für uns hat das Wort „Gesetz“ einen negativen Beigeschmack. Es engt uns ein und
hat einen Anspruch an uns. Wir müssen es einhalten, sonst gibt es Strafen.

Doch Gottes Gesetz ist anders. Die 10 Gebote beginnen mit „Ich bin der Herr, dein Gott! Ich habe dich aus Ägypten herausgeführt, ich habe dich aus der Sklaverei befreit.“ (2 Mose 20,2). Das Gesetz bedeutet also, dass Gott sich den Menschen zuwendet! Er gibt uns das mit auf dem Weg, was wir für die Beziehung zu Gott und Mitmenschen brauchen. Gottes Wort enthält auch Gottes Zuspruch. Sein Wort zeigt sein liebevolles und rettendes Handeln – das in Jesus Christus ganz deutlich wurde.    
Und da wird Gottes Wort zu einem Licht auf meinem Weg: Es zeigt mir, wo ich Fehler mache, schwach und hilflos bin. Es zeigt mir, wo ich in Bedrängnis, Mutlosigkeit und Sorgen Hilfe finde: bei Gott. Deshalb ist es für ihn und uns so wichtig, dass wir uns mit seinem Wort beschäftigen, dass es uns im Alltag begleitet, dass wir es ernst nehmen und schätzen. Der Autor von Psalm 119 möchte da wohl unsere Lust auf Gottes Wort wecken.    
Ich lege die Gute Nachricht Bibel zur Seite und hole einen Notizblock heraus. Es wird Zeit, die nächste Teeniekreis-Stunde vorzubereiten. Seit einigen Monaten haben wir zwei ausländische Jugendliche im Kreis. Sie hatten vorher noch nie mit der Bibel zu tun. Mit Hilfe eines Tablets können sie die Bibel in ihrer Mutter-sprache lesen. Schon nach den ersten Malen sagten sie: „This book is good for your heart“, zu Deutsch: „Dieses Buch ist gut für dein Herz.“    
Ich war total gerührt, als ich diese Stellungnahme gehört hatte. Sie macht mir Mut, dass nicht alle Menschen die Bibel ablehnen. Wer unvoreingenommen in der Bibel liest, kann erstaunliche Entdeckungen darin machen. Er kann zum Beispiel die Zusagen entdecken, dass Gott Liebe ist, dass Jesus alle menschliche Schuld auf sich genommen hat und dass der Heilige Geist in leidvollen Zeiten tröstet.
Vielleicht haben Sie/hast du Lust bekommen, mal (wieder) in der Bibel zu lesen? Ein kleiner Tipp: Psalm 119 wäre ein guter Start. ;-) 


Ich wünsche Ihnen/dir viel Freude beim (Neu-) Entdecken von Gottes Wort!

Herzliche Grüße
Katharina Würden-Templin
(Redaktion)


 

 
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