- Persönlich

K

Auferstehung und ewiges Leben


 Jesus spricht:
„Ich lebe und ihr sollt auch leben!“   

Johannes 14,19b

 

Was kommt eigentlich nach dem Tod? – Diese Frage beschäftigte unsere Konfirmandengruppe. Daher hatte ihr Vorstellungsgottesdienst dieses Thema.
Nach dem Tod gibt es meistens Angehörige und Freunde, die trauern. Tod bedeutet Abschied. Und der tut weh. Da ist ein geliebter Mensch, dem ich in diesem Leben nie mehr begegnen werde. Ich werde nie mehr die vertraute Stimme hören oder den Klang seiner Schritte.

Vor ca. 2000 Jahren gab es einen besonderen jungen Mann in Israel. Er hieß Jesus von Nazareth. Er scharte Männer und Frauen um sich, die seine Schüler wurden. Jesus wurde gekreuzigt, als er knapp über 30 Jahre alt war. Und die Menschen, die ihm nahestanden, waren gelähmt von Trauer. Denn er war ihre Hoffnung gewesen. Auf beglückende Art hatte er ihnen Gott und das Leben nahegebracht. Jetzt schien alles aus und vorbei.

Dazu kam die Furcht. Die Römer hatten Jesus hingerichtet. Weil er aus ihrer Sicht in Verdacht stand, sich gegen die Herrschaft Roms auflehnen zu wollen. Vor Tagen hatten Einwohner von Jerusalem Jesus zum König ausgerufen. Sie sahen in ihm den Messias, den von Gott Gesandten. Das von ihm proklamierte Reich Gottes war das genaue Gegenprogramm zur römischen Gewaltherrschaft. Und jetzt waren seine Gefolgsleute auch gefährdet. Der Jüngerkreis tauchte in Jerusalem unter. Voller Angst und Trauer versteckten sie sich. Alles schien aus und vorbei.

Und dann geschah etwas, dass nach den Maßstäben seriöser historischer Betrachtung eigentlich unmöglich scheint. Die Nachwirkungen dieses Geschehens sind allerdings bestens belegt. Die Frauen und Männer um Jesus wurden durch ein bewegendes Erlebnis aus ihrer Furcht und Trauer herausgerissen. Für mich am eindrücklichsten wird dies im 20. Kapitel des Johannesevangeliums geschildert.

Jesus war ja tatsächlich am Kreuz gestorben. Die Römer waren da sehr gewissenhaft. Der Gekreuzigte wurde mit einem römischen Kurzspieß, einem Pilum, in die Seite gestochen. Floß Blut aus der Wunde, war der Verurteilte noch am Leben und man ließ ihn weiter am Kreuz hängen. Kam dagegen Wasser zum Vorschein, war damit der Tod bestätigt.

Jesus war tot. Und der Ostermorgen begann mit dem Entsetzen über sein leeres Grab. Die trauernde Maria Magdalena begegnet einem Mann, den sie zunächst für den Gärtner hält.

Als dieser sie mit Namen anspricht, bemerkt sie, dass es Jesus selbst ist! Später erscheint Jesus seinen Schülern in ihrem Versteck. All dies ist eigentlich unmöglich. Es wiederspricht allem, was wir normalerweise mit Sterben und Tod in Verbindung bringen. Der Jünger Thomas, der bei der ersten Erscheinung nicht dabei ist, kann nicht glauben, was ihm die anderen erzählen.
Ein paar Tage später erscheint Jesus erneut. Diesmal ist Thomas dabei. Und er darf Jesus sogar berühren. Erst dieser empirische Befund lässt ihn zu dem Ergebnis kommen, dass Jesus tatsächlich lebt. Er ist auferstanden!

Was dann geschieht, ist noch erstaunlicher. Innerhalb weniger Jahre wird aus der kleinen Gruppe verängstigter Jesusanhänger eine mächtige Bewegung. Frauen und Männer, die wahrhaftig nicht zur Elite der damaligen Welt gehörten und die oft kaum lesen und schreiben können, machen sich auf. In fernen Ländern erzählen sie den Menschen die Botschaft vom gekreuzigten und auferstandenen Jesus Christus. Der Skeptiker Thomas soll sogar bis Indien gekommen sein. Noch heute gibt es dort sogenannte „Thomaschristen“.

Das geschah nach dem Tod Jesu am Kreuz. Beweisen im wissenschaftlichen Sinne lässt sich das nicht. Beweisbar ist allerdings nur ein Bruchteil des Wirklichen. Es geht um Vertrauen: Nehme ich den ersten Osterzeugen das ab, was ein Erleben gewesen sein muss, das nie geahnte Kraft und Hoffnung in ihnen wachsen ließ?

Tod bedeutet Verwandlung zu einem Leben in neuer Gestalt. Wir Christen glauben das und feiern deswegen das Osterfest. Wir glauben, dass nach jedem Tod Ostern kommt.

Ein frohes Osterfest wünscht Ihnen/Dir,
Hans-Jürgen Volk (Pfarrer)


 

 
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