Rückblick

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Rückblick


Weihnachten anders

Hinter uns liegen ungewöhnliche Wochen. Ganz persönlich: den letzten Abschnitt meines Dienstes als Pfarrer der Kirchengemeinde Hilgenroth hatte ich mir einst anders vorgestellt. Die persönlichen Begegnungen waren auf wenige Personen begrenzt. Größere Feiern und Präsenzgottesdienste entfielen. Es war eine ruhige, fast stille Advents- und Weihnachtszeit. Vielleicht, das konnte man hoffen, drang so das Weihnachtsevangelium deutlicher als sonst bei Vielen durch.

Online-Angebote

Diese Chance ergab sich durch vielfältige Online-Angebote. Auch unsere Kirchengemeinde war da aktiv. Besonders gerne denke ich zurück an den Weihnachtsgottesdienst in der Hilgenrother Kirche. Unsere Küsterin Andrea Schlaug und das Ehepaar Oster-Schmidt hatten die Kirche weihnachtlich geschmückt und die Weihnachtskrippe aufgebaut. Ein besonderes Highlight war Florentine Schumacher, die auf bezaubernde Art den Gottesdienst mit ihrem Gesang bereicherte. Darüber hinaus möchte ich ganz herzlich Thomas Schmidt und seinem Sohn Maximilian danken, die für die technische Seite der Online-Gottesdienste zuständig sind. Beide machen sich jedes Mal unheimlich viel Arbeit. Es ist ihr Verdienst, dass sich die Qualität unserer Online-Angebote stetig verbessert hat. Das Schöne ist: man kann jederzeit auf die Online-Gottesdienste zugreifen und z.B. mit seiner Familie Abendmahl feiern.

Das Gemeindehaus in Eichelhardt war ebenfalls von unserer Küsterin Michaela Weber wunderschön weihnachtlich dekoriert worden, auch wenn der Betrieb sich dort in den vergangenen Wochen Corona-bedingt in Grenzen hielt.

Schwierige Entscheidung

Das Presbyterium musste schwierige Entscheidungen treffen. Besonders unter die Haut ging die Problematik, auf Grund der Infektionslage mit Präsenzgottesdiensten an den meisten Adventssonntagen und über Weihnachten auszusetzen. Wir haben im Landkreis immer noch ein recht diffuses Infektionsgeschehen. Da erschien uns das Risiko einfach zu groß, dass bei Gottesdiensten mit 30 oder 40 Personen ein oder zwei Infektionsträger dabei sind. Uns verbindet zudem die Überzeugung, dass man die sog. vulnerablen Gruppen nur durch konsequente Kontaktvermeidung Aller schützen kann.

Abschiede

Es gab Abschiede, die schmerzlich waren. Eine Reihe von Beerdigungen fanden in den letzten Wochen statt. Auch für einen Pfarrer ist es berührend, vor allem wenn man von jüngeren Menschen Abschied nehmen muss.

Alle im Presbyterium und weit darüber hinaus waren betroffen, als sie Nachricht vom Tod von Ursula Räder erhielten. Über viele Jahrzehnte hinweg hat sie neben ihren Choraktivitäten das Leben der Kirchengemeinde geprägt, davon viele Jahre als stellvertretende Vorsitzende des Presbyteriums. Für mich selbst war sie eine überaus wertvolle Ratgeberin. Im Jahr 2000 war sie bereits einmal dem Tode nah. Die Jahre danach hat sie selbst als geschenkte Zeit empfunden. Und es war nicht nur für sie ein Geschenk, sondern auch für die Menschen in ihrer Umgebung, auch für die Kirchengemeinde.

Und ich nehme nun Abschied vom aktiven Dienst. Während ich diese Zeilen schreibe, liegt noch eine gute Woche als Pfarrer der Kirchengemeinde Hilgenroth vor mir. In der letzten Gemeindebrief-Ausgabe habe ich bereits Rückblick gehalten und gedankt. Nun trete ich mit gemischten Gefühlen einen neuen Lebensabschnitt an.

Und über eins freue ich mich besonders. Als Pfarrer hat man selbst keinen Pfarrer und keine Pfarrerin, die für einen zuständig ist. Das ändert sich jetzt. Mein neuer Pfarrer ist Joachim Triebel-Kulpe – und das finde ich klasse!

Herzliche Grüße,
Hans-Jürgen Volk

 
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