Gemeindekonzeption

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Gemeindekonzeption

 

der Evangelischen Kirchengemeinde Hilgenroth

Selbstverständnis
Die Evangelische Kirchengemeinde Hilgenroth versteht sich als eine Gemeinschaft von Menschen, die der Glaube an Jesus Christus verbindet. Sie sieht ihre Aufgabe darin, Menschen mit diesem Glauben bekannt zu machen, ihn in unterschiedlichen Formen gemeinschaftlich zu leben und aus der Kraft des Glaubens für die da zu sein, die Hilfe, Zuwendung und Seelsorge brauchen.
Für uns ist der Gottesdienst Mitte des Gemeindelebens. Im Gottesdienst begegnet uns der dreieinige Gott, der uns Ermutigung, Weisung und Halt gibt durch sein Wort und der uns stärkt durch Taufe und Abendmahl. Der Gottesdienst ist auch der vorrangige Ort, an dem sich Menschen in christlicher Gemeinschaft begegnen, die sich im Alltag fortsetzt und konkretisiert.
Verpflichtend ist für uns die Tradition der Bekennenden Kirche, mit der die Kirchengemeinde Hilgenroth in der Zeit des Nationalsozialismus über weite Strecken hinweg verbunden war. Diese Tradition ruft uns auf zur Wachsamkeit überall dort, wo auch in der Gegenwart das Zentrum des christlichen Glaubens – Jesus Christus – durch Worte und Taten geleugnet wird.
Prägend für unsere Gemeinde ist eine recht große Zahl von Gemeindegliedern, die sich mit der Volkskirche verbunden fühlen. Für uns bedeutet gelebter Glaube mehr, als die Inanspruchnahme von kirchlichen Amtshandlungen und die Teilnahme an Gottesdiensten an hohen Feiertagen. Etliche kirchlich-distanzierte Menschen in unserer Gemeinde sind wichtige Dialogpartner, die uns davor bewahren können, die Bodenhaftung zu verlieren.

Ziele und Prioritäten

  1. Gottesdienst
    Der Gottesdienst soll als Mitte des Gemeindelebens Ort profiliert werden, an dem sich Menschen mit ihren Gaben in wachsender Zahl einbringen und durch den sich auch jüngere Gemeindeglieder angesprochen fühlen.
  2. Kinder- und Jugendarbeit; junge Familien
    Die Kirchengemeinde möchte sich bewusst Kindern, Jugendlichen und jungen Familien öffnen. Bisherige Angebote wie Kinder- und Jugendtreff, Jungschar, Krabbelgruppe und Krabbel- und Familiengottesdienste sollen stabilisiert und nach Möglichkeit ausgebaut werden.
  3. Glauben vermitteln und gemeinschaftlich leben
    Lebendige Gemeinde entwickelt sich durch den Geist Gottes, der Menschen lebendigen Glauben schenkt, den diese weitertragen und der ihre Motivation für die Mitarbeit in der Gemeinde und den Dienst an den Menschen stärkt. Projekte wie das Gemeindeseminar zu Grundfragen des Glaubens sollen in regelmäßigen Abständen angeboten werden. Angestrebt wird der Aufbau von Kleingruppen, in denen Bibelarbeit, Glaubensgespräch und Gebet stattfinden.
  4. Musik
    Hier liegt eine besondere Gabe unserer Kirchengemeinde. Eine große Anzahl von Chören und Musikgruppen wirkt im Bereich unserer Gemeinde. Immer wieder bereichern auch Kirchenchor und Posaunenchor unsere Gottesdienste. Die Pflege der Musik und des Gemeindegesangs soll verstärkt, die Kooperation mit Gesangvereinen, Chören und Musikgruppen intensiviert werden.

Vorhaben für die nächsten Jahre

  • Gottesdienst:
    Chöre und Musikgruppen auch über Kirchen- und Posaunenchor hinaus sind herzlich eingeladen, unsere Gottesdienste mitzugestalten. Kirchenkaffee und Gemeindeversammlung im Anschluss an den Gottesdienst unterstreichen seine Bedeutung als Ort der Begegnung, haben sich bewährt und sollen beibehalten werden.
  • Kinder- und Jugendarbeit:
    Ziel ist der Aufbau einer CVJM-orientierten Kinder und Jugendarbeit mit Gruppenstruktur und Elementen offener Jugendarbeit.
    Bestehende Angebote (z.B. Krabbel- und Familiengottesdienste, Jungschar, Jugendtreff) sollen nach Möglichkeit und Bedarf beibehalten werden.
    Bestandteil der Kinder- und Jugendarbeit ist der Kindergottesdienst in Hilgenroth und Eichelhardt, die Kinderbibelwochenenden sowie die Arbeit mit Katechumenen und Konfirmanden.
    Die Kirchengemeinde wünscht sich gerade auch bei der Kinder- und Jugendarbeit Kooperation und Austausch mit Vereinen, Kindergarten, Schulen sowie anderen Trägern und Institutionen, die intensiveren Kontakt mit Kindern und Jugendlichen haben.
  • Angebote für Erwachsene:
    Gemeindeseminare und Glaubenskurse unter der Überschrift „Treffpunkt Gemeinde“ sollen ebenso wie der Bibelkreis biblische Themen vertiefen und zu einer gemeinsamen Glaubenspraxis anregen.
    Die Frauenhilfe ist ein fester und unverzichtbarer Bestandteil unseres Gemeindelebens und wird daher nach Kräften unterstützt. Gleiches gilt für den Kirchenchor und den Posaunenchor.
  • Dienst für Andere:
    Eine höhere Lebenserwartung verbunden mit einer wachsenden Zahl von älteren Menschen bedeutet für die Kirchengemeinde eine Chance, stellt sie aber auch vor eine große diakonische Herausforderung. Der Betreuungskreis ist ein wichtiger Versuch, dem gerecht zu werden.
    Die Kooperation mit der Kirchlichen Sozialstation Altenkirchen und dem Diakonischen Werk wird fortgesetzt und nach Möglichkeit ausgebaut.

Gebäude und Finanzen

  • Kirche Hilgenroth:
    Die Kirche in Hilgenroth ist besonders geeignet für Festgottesdienste, für Gottesdienste unter Beteiligung von Chören, für traditionelle Gottesdienste und für Konzerte. Ihre Unterhaltung bleibt für die Kirchengemeinde eine große Herausforderung, die sie auf Dauer nur durch die Spendenbereitschaft der Gemeindeglieder bewältigen kann.
  • Gemeindezentrum Eichelhardt:
    Das Gemeindezentrum Eichelhardt bietet sich an für Familien- und Krabbelgottesdienste und für Gottesdienste in offener Form, die sich auch an Außenstehende richten.
    Bauliche Veränderung, die der Tatsache gerecht werden, dass in Eichelhardt das Zentrum der Kinder- und Jugendarbeit ist, sind auch in Zukunft nötig.
  • Pfarrhaus:
    Ein offenes Pfarrhaus ist in einer ländlichen Kirchengemeinde von großer Bedeutung. Es ist erforderlich, durch regelmäßige Bauerhaltungsmaßnahmen die Attraktivität des Pfarrhauses zu erhalten.

Finanzielle Situation:
Der überwiegende Teil der Haushaltsmittel unserer Kirchengemeinde wird für Personalkosten und die Unterhaltung der Gebäude verwendet. Die Einnahmen aus Kirchensteuermitteln werden auch in den kommenden Jahren zurückgehen. Erfreulich ist es, dass die Kirchengemeinde mittlerweile einen beachtlichen Teil ihrer Einnahmen durch Spenden, Kollekten und Beiträge des Freundeskreises bestreiten kann. Damit die Kirchengemeinde auch in Zukunft ihre Ausgaben im bisherigen Umfang erfüllen kann, ist es nötig, die Einnahmen durch freiwillige Beiträge weiter zu steigern. Dem Freundskreis der Kirchengemeinde wird hierbei eine wachsende Bedeutung zukommen, insbesondere im Blick auf die Erhaltung unserer Gebäude und die Kinder- und Jugendarbeit.
 
Sinn und Verbindlichkeit der Gemeindekonzeption
Eine Gemeindekonzeption soll nach unserem Verständnis Prioritäten und Ziele der Gemeindearbeit offen legen und zur Diskussion stellen. Sie ergibt sich aus den Gaben, den Notwendigkeiten und den besonderen Lebensverhältnissen in einer Kirchengemeinde. Wir möchten ganz bewusst die Möglichkeit offen halten, auf neue Chancen und Herausforderungen auch kurzfristig zu reagieren. Die vorliegende Gemeindekonzeption wird daher in regelmäßigen Abständen überprüft werden.

 
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