Nachrichten

K

Eine runde Sache:
Begegnungsprojekt von HIBA und Kirchenkreis beschert dem Ev. Gemeindehausin Eichelhardt einen neuen Altar und ein neues Pult
 

Jedes Jahr führt Pfarrer Volk im Rahmen seiner Arbeit als Behindertenseelsorger des Kirchenkreises Altenkirchen gemeinsam mit dem HIBA ein inklusives Jugendwochenende durch. Im Frühsommer 2015 zum Beispiel mit 20 Kindern und Jugendlichen mit und ohne sichtbare Handikaps fand es im Freizeitheim in Hübingen bei Montabaur statt. Begegnung schafft besseres gegenseitiges Verstehen, am Ende Gemeinschaft, hin und wieder sogar Freundschaft.

Gut ist es, wenn diese Begegnung nicht nur einmal im Jahr, sondern auch öfter geschieht. Schon seit einiger Zeit bestand die Absicht, die Altarmöbel in Eichelhardt zu ersetzen. Daraus wuchs der Gedanke, dies gemeinsam mit den Jugendlichen zu tun, die sich bereits in Hübingen begegnet sind. Schnell war der Eichelhardter Künstler Frank Herzog und der Schreiner Schumacher aus Au mit Werkstatt in Hilgenroth für dieses Projekt gewonnen. Mit dabei waren Sonja Müssig und Lara Doll vom HIBA und unsere Jugendmitarbeiterinnen Daniela Weber und Dagmar Eitelberg.


Bei mehreren Treffen in den Jugendräumen des Gemeindezentrums wurden Ideen entwickelt, wie der neue Altar und das Pult aussehen könnte. Ganz praktisch legten die Jugendlichen in der Schreinerei schließlich selbst Hand an. Was dabei herauskam, kann sich wirklich sehen lassen.

 

Bei dem Altar fällt der Fisch vorne an der Blende auf. Der Fisch war das Erkennungszeichen der frühen Christen. Er steht für Jesus Christus. Jesus Christus ist die Mitte der Gemeinde. Der Tisch ist geprägt von runden Formen, die an Wasser erinnern. Wasser bedeutet Leben. Mit Wasser werden wir getauft.

 

 

 

Vorne am Pult sind einfach dargestellte Pflanzen und Blumen zu sehen sowie eine Taube. Die Taube steht für den heiligen Geist. Der bedeutet "Nähe Gottes". Pflanzen und Vogel erinnern uns aber auch an das, was Jesus in Matthäus 6 am Schluss sagt: Gott sorgt für die Vögel unter dem Himmel und die Blumen auf dem Feld. Umso mehr wird er für uns Menschen sorgen.

An herzlicher Dank geht an die Jugendlichen, vor allem aber auch an Frank Herzog, Manfred Schumacher, Sonja Müssig, Lara Doll, Daniela Weber und Dagmar Eitelberg, die das Projekt begleitet und sich ganz großartig eingebracht haben.
 

 

 

Mit einem "Gottesdienst für Alle" am 28. Februar sollen Pult und Altar offiziell in Dienst genommen werden. Der Gottesdienst ist um 10 Uhr im Gemeindehaus in Eichelhardt.

 

 

 

 Einfache Sprache an vielen Stellen hilfreich
Tagung in Altenkirchen beleuchtete Thema aus vielen Blickwinkeln

„Einfache Sprache nutzt mehr Menschen, als man denkt“, unterstrich Christiane Link, eine der Referentinnen beim Aktionstag „Leichte Sprache“ in Altenkirchen. Die vielfältig engagierte Journalistin lebt und arbeitet in London und hat dort u.a. überrascht erfahren, dass sie als „Nicht-Muttersprachlerin“ einfacher „verstehbar“ war als englische Kollegen, die sich (zu) wortgewaltig ausdrücken konnten.

„Behinderte Sprache oder behindert Sprache?“ war der Aktionstag in der Landjugendakademie Altenkirchen (LJA) überschrieben, der gemeinsam von der LJA, dem HIBA in Wissen und unserem Kirchenkreis/synodale Arbeit für Behinderte und ihre Familien, organisiert wurde.
Die drei Einrichtungen – mit LJA-Chefin Anke Kreutz, Christof Weller von der Beratungsstelle des HIBA und Pfarrer Hans-Jürgen Volk – setzten mit diesem Aktionstag ihre gemeinsame Reihe zur Inklusion fort.

Gemeinsam führten sie beim Aktionstag in Altenkirchen in die vielfältigen Aspekte der „Leichten Sprache“ ein: (v.l.) Pfarrerin Anke Kreutz (Landjugendakademie Altenkirchen), Gisela Holtz, Pfr. Hans-Jürgen Volk (Kirchenkreis Altenkirchen), Christof Weller (HIBA), Christiane Link, Martin Weser und Katja de Braganca. Fotos: Petra Stroh

Sprachliche Teilhabe gehört zur Inklusion
Rund 60 Frauen und Männer aus verschiedensten Bereichen nutzten den Aktionstag. Da Inklusion auch stark auf „sprachliche Teilhabe“ setzt, kamen Teilnehmende (Ehren- und Hauptamtliche)  aus Schulen, sozialen Einrichtungen, aus kirchlichen Bereichen, Werkstätten,  Verwaltungen und „schreibenden Berufen“.
„Es scheint schwierig zu sein mit unserem Hauptkommunikationsmittel „Sprache“ so umzugehen, dass alle eingebunden sind“, merkte Pfarrerin Anke Kreutz, Leiterin der Landjugendakademie und Mitorganisatorin des Tages zur Begrüßung an.
Überall stoßen Menschen auf „Nicht-Verstehbares“. In vielen Briefen, Formularen, Post von Ämtern, Presseberichten oder Mitteilungen finden sich Formulierungen, die nicht verstehbar sind.
Dadurch entstehen oft Missverständnisse oder sie verursachen Stress wegen nicht eingehaltener Termine oder Fristen.
Mehrarbeit entsteht bei Behörden und Institutionen, weil Mitteilungen mehrfach verschickt werden müssen oder Telefonate und zusätzliche Absprachen nötig werden.

Deshalb – dies wurde in Altenkirchen deutlich - ist „Leichte Sprache ein Thema der Inklusion, das nicht nur Menschen mit Behinderung betrifft.

Fachvorträge und Workshops
Mit mehreren Fachfrauen und Fachmännern aus unterschiedlichsten Bereichen wurde das Thema „Leichte Sprache“ in Vorträgen lebendig. In vier Workshops vertieften die Aktionstag-Teilnehmenden das Gehörte.

Christiane Link, Journalistin, Rednerin und Trainerin gründete die erste deutschsprachige Zeitung in Großbritannien und die Firma Ortegalink. Auf ihrem Blog „Behindertenparkplatz“ bezieht sie Stellung zu Themen wie Barrierefreiheit und Behinderung.
Als die heutige Londonerin einst bei der Kinder-Nachrichten-Sendung „Logo“ hospitierte, entdeckte sie, dass der Rückfrage-Service der Redaktion weitaus häufiger von Erwachsenen als von Kindern genutzt wurde.
Die „leichte Sprache“ der Logo-Nachrichten hatte es offenbar vielen Menschen angetan. Sie schätzten es, dass sie „endlich etwas verstehen“.
Link berichtete beim Aktionstag, dass man in England schon viele Jahrzehnte  viel intensiver darauf achtet, dass bei Behörden und Einrichtungen – inklusive aller Formulare – Sprache „verstehbar“ sei. Dort habe man vor 30 Jahren „alles durchforstet“ und den sprachlichen Zugang und die Verstehbarkeit verbessert.

Martin Weser aus der Verbandsgemeinde Altenkirchen ist Redakteur des Kulturmagazins „Ohrenkuss“. Dieses Magazin – deutschlandweit vertrieben – wird von Menschen mit Downsyndrom gemacht. Weser, der in den Werkstätten der Lebenshilfe in Flammersfeld arbeitet,  gab in Altenkirchen Einblicke in seine Texte, die er u.a. für „Ohrenkuss“ erarbeitete. „Ohrenkuss“- definierte er dabei so:

„Man hört und sieht ganz vieles – das meiste davon geht zum einen Ohr hinein und sofort zum anderen Ohr wieder hinaus. Aber manches ist auch wichtig und bleibt im Kopf – das ist dann ein Ohrenkuss“

Dr. Katja de Braganca, schrieb ihre Doktorarbeit als Biologin in Bonn über Trisomie 21“. Im Rahmen eines Forschungsprojekts entwickelte sie 1998 die Zeitschrift „Ohrenkuss“. Bis heute ist sie deren Chefredakteurin.  In Altenkirchen stellte sie den Werdegang der Zeitschrift und den Arbeitsalltag dort vor.

Gisela Holtz aus Münster ist Vorstandsmitglied des Netzwerks Leichte Sprache. Seit mehr als zehn Jahren hält sie Seminare, leitet Projekte und übersetzt Texte von schwerer in leichte Sprache.
Sie hatte ausnahmsweise nach Altenkirchen keine „Prüferin“ mitgebracht. Ansonsten arbeitet sie in Begleitung und diese „Prüferin“ gibt ihr unmittelbar Rückmeldung, wenn genutzte Wörter zu schwierig zu verstehen sind und fordert Übersetzungen ein. „Leichte Sprache ist logisch aufgebaute Sprache, aber keine Kindersprache“,  machte sie deutlich.
Sie hatte für die Aktionstag-Teilnehmenden zahlreiche Übersetzungshilfen mitgebracht und machte deutlich, wie einfach „leichte Texte“ sein können und wie im alltäglichen Gebrauch damit gearbeitet werden kann. Für Amtsschreiben hatte sie ebenso Tipps parat, wie für Mitteilungen oder auch Gemeindebriefe.

In vier Workshops wurden Texte in leichter Sprache erarbeitet, der Aktionstag journalistisch aufbereitet, mit dem „Ohrenkuss-Team“ an Texten gearbeitet und Texte für einen Gottesdienst in „leichter Sprache“ gefertigt. PES.

Pfarrer Hans-Jürgen Volk erarbeitete in einem Workshop Grundlagen für einen Gottesdienst in „leichter Sprache“.

In loser Folge werden die Veranstaltungen zu unterschiedlichen Aspekten der Teilhabe auf dem Weg zur Inklusion fortgesetzt.
Die nächste Veranstaltung in dieser Reihe findet in Kooperation mit dem Weißen Ring am Dienstag, 7. Oktober, 19 Uhr, im Kuppelsaal der VG Wissen statt.

Petra Stroh

Ein weiterer lesenswerter Artikel über die Tagung ist hier zu finden.

 

"Behinderte Sprache oder behindert Sprache?"

Fachtagung greift Thema „Leichte Sprache" auf – interessant für Behörden, Medien, Kultur, Kirchengemeinden und Vereine

Altenkirchen. "Logo", die Nachrichtensendung für Kinder, ist auch bei Erwachsenen beliebt. Hier werden Nachrichten ganz einfach erklärt, so dass jeder sie gut versteht. Das ist längst nicht in allen Lebensbereichen so. In vielen Briefen und Formularen von Ämtern, Presseberichten, Gottesdiensten oder Reden gibt es unpersönliche Formulierungen und viele Fremdwörter. Diese Texte werden oft von vielen Menschen nicht verstanden. Dadurch entstehen häufig Missverständnisse, Ärger und oft auch mehr Arbeit, besonders bei Behörden und Institutionen. Deshalb ist Leichte Sprache ein Thema der Inklusion, das nicht nur Menschen mit Behinderung betrifft.

Die Tagung "Behinderte Sprache oder behindert Sprache?" der Evangelischen Landjugendakademie (LJA) Altenkirchen, des Hiba in Wissen und des Evangelischen Kirchenkreises Altenkirchen beleuchtet das Thema Leichte Sprache aus verschiedenen Blickwinkeln. Fachkundige Referentinnen und spannende Workshops erwarten die Teilnehmer am Donnerstag, 20. März 2014 in den Räumen der Evangelischen Landjugendakademie in Altenkirchen.

"Ohrenkuss"-Chefredakteurin Dr. Katja de Bragança, Journalistin Christiane Link und Gisela Holtz vom "Netzwerk Leichte Sprache" zeigen in Impulsvorträgen und praxisnahen Workshops, wie Sprache funktioniert, die jeder versteht. Interessierte können sich bis 5. März 2014 anmelden.

Die Veranstaltung ist für alle offen, die möchten, dass ihre Reden, Schreiben und Texte  von möglichst vielen Menschen gut verstanden werden. Besonders angesprochen sind Mitarbeitende von Behörden, Medien, Vereinen, Kirchengemeinden und Schule, aus Politik und Öffentlichkeit, aber auch alle Interessierten.

In Workshops wird an praktischen Beispielen mit leichter Sprache gearbeitet. Es werden Texte in einfacher Sprache geschrieben und Gottesdienste für alle vorbereitet. Dr. Katja de Bragança zeigt, wie ein Presseartikel in leichter Sprache entsteht. Sie leitet mit "Ohrenkuss" eine Zeitung, die von Menschen mit Down-Syndrom gemacht wird. Ziel der Tagung ist es, dass die Teilnehmenden möglichst viel für ihren eigenen Alltag mitnehmen.

Mit Impulsvorträgen, Diskussion und alltagstauglicher Textarbeit trägt die Tagung dazu bei, leichte Sprache zu fördern. Damit setzen LJA-Chefin Anke Kreutz, Christof Weller von der Beratungsstelle des Hinab und Pfarrer Hans-Jürgen Volk ihre gemeinsame Reihe zu Inklusion fort.

Zusatz: Die Tagung findet am Donnerstag, 20. März 2014 von 10.30 bis 16.30 Uhr in den Räumen der Evangelische Landjugendakademie, Dieperzbergweg 13 – 17 in 57610 Altenkirchen statt. Die Teilnahmegebühr (inklusive Mittagessen) beträgt 20 Euro. Mehr Informationen, das Programm und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier http://www.hibaev-ak.de/journal/
 

 

Kabarett - "Däumchen drehen" mit Rainer Schmidt

Kabarett über Inklusion? Geht das? Darf Inklusion Spaß machen? - Klar! - Macht Inklusion Spaß? - Sicher! - Darf man über Inklusion Späße machen oder sogar Witze reißen? - Das ist schon schwieriger ... Wir meinen: Wenn es jemanden gibt, der so etwas darf und auch kann, dann ist das Rainer Schmidt - Pfarrer der Rheinischen Kirche - einer der angesagtesten Referenten, wenn es um Inklusion geht. Er ist aktuell unterwegs mit seinem Kabarettprogramm "Däumchen drehen".

Rainer Schmidt: "Mein Leben ist wie ein Kabarettprogramm - Als ich ohne Hände und Unterarme geboren wurde, meinte Oma: Eins steht fest, Handwerker wird der nicht. Also wurde ich Mundwerker."

Gehen Sie mit Rainer Schmidt auf eine Reise durch die Höhen und Tiefen eines Lebens mit Hindernissen. Oft zum Schreien komisch, manchmal auch anrührend traurig und auch schon mal erotisch. Rainer Schmidt nimmt uns dabei mit zu den Skurrilitäten der deutschen Schule: "Besonders gefällt mir die Förderschule mit dem Schwerpunkt Sehen. Da gehen blinde Kinder hin. Da kannst du fördern, bis die bluten, das wird nichts."

Spaß ist auch Sorge für die Seele. Eine Besucherin: "Der redet den ganzen Abend über sich und doch hatte ich das Gefühl, das hast du doch auch schon erlebt!" Aber was ist das schönste Programm ohne "Vorgruppe", einem schwungvollen Einstieg. Wir freuen uns auf das Schulorchester der Integrierten Gesamtschule - kurz der IGS - in Hamm/Sieg. Die IGS ist schon mehr als 20 Jahre "offizielle" Schwerpunktschule. Besonders mit Musik machen die Eingangsklassen im 5. Schuljahr - nicht nur - die "besonderen Schüler" schöne und ermutigende Erfahrungen. Was ist es für ein tolles Gefühl, der Trompete oder der Querflöte einen Ton zu entlocken?! Alles das erreicht Musik, Musik kennt keine Grenzen, keine menschlichen und erst recht keine körperlichen...

Wir freuen uns auf eine Reise über die Grenzen...
- am Donnerstag, den 12.09. 2013 ab 19.00 Uhr im Kulturwerk Wissen mit dem
Schulorchester der IGS Hamm/Sieg und Rainer Schmidt.

Kartenvorverkauf: Geschäftsstellen der Kreissparkassen in Altenkirchen, Betzdorf
und Wissen oder Gemeindebüros der ev. Kirchengemeinden im Kirchenkreis AK
Veranstalter sind der Evangelische Kirchenkreis Altenkirchen, der HIBA in Wissen,
und die Ev. Landjugendakademie.

 

Soviel du brauchst (2. Mose 16,18)
Meine Erfahrungen auf dem Kirchentag in Hamburg


Im Rahmen eines religionspädagogischen Seminars, welches die Universität Siegen anbot, hatte ich die Möglichkeit, nach Hamburg auf den Kirchentag zu fahren. Vom 01.05. – 05.05.13 hörten wir (der Seminarkurs) uns interessante Vorträge an, trafen berühmte Leute, erlebten mitreißende Gottesdienste, zogen uns Fuß- und Rückenschmerzen zu, lernten das Hamburger U-Bahnnetz (fast) auswendig und warteten auch mal zwei Stunden in einer Schlange, um in eine Veranstaltung reinzukommen. Es waren aber trotzdem sehr gute, inhaltsvolle Tage, die wir dort verbrachten! Wir bekamen von unserer Dozentin bestimmte Vorgaben, die wir erfüllen mussten, wie z.B. „einen Vortrag besuchen, der uns thematisch interessiert“ oder „mitmachen bei einer Aktion, die ich noch nicht kenne“. Darüber hinaus hatten wir völlige Freiheit, was die Gestaltung der Tage anging.

So nahm ich auch an einer Bibelarbeit mit Margot Käßmann teil. Sie legte die Geschichte „Eine Witwe fordert Gerechtigkeit“ (Lk 18,1-8) mit klaren Worten aus. In diesem Gleichnis nervt eine Witwe einen Richter so lange, bis dieser ihr ihr Recht zuspricht. Zunächst klärte Frau Käßman den Kontext, in welchem das Gleichnis stehe: Das Evangelium nach Lukas wurde 80 n.Chr. verfasst. Lukas war Arzt und ein Begleiter des Apostel Paulus. Er nahm Jesus sehr ernst und bemühte sich um eine möglichst genaue Darstellung. Gleichnisse sind zentrale Bilder, die als knappe Geschichten überall auf der Welt zu jeder Zeit verstanden werden. In ihnen zeige sich die „Sprachkraft des Glaubens“. Diese klare Sprache könne jedoch auch anstößig wirken. Danach ging Frau Käßmann näher auf das Gleichnis ein: Dieses handele von Willkür. Der Richter kann willkürlich mit der Witwe umgehen. Doch sie gibt ihr Recht nicht auf und nervt den Richter immer wieder, bis dieser ihr Recht zuspricht. Das Gleichnis zeigt, dass Gott Rechtlose wie z.B. die Witwe liebt. Frau Käßmann stellte aktuelle Bezüge zu heute her: Auch heute noch gibt es reine Willkür im Umgang mit Menschen. Diese müsse von „Nervensägen“ durchbrochen werden. Man soll für Gerechtigkeit nerven – wie es zur Zeit in Indien die Frauen tun. Auch wir sollen „beharrlich zu Gott rufen“- wie die Witwe es bei dem Richter tat. Denn die Sehnsucht nach Gerechtigkeit ist ein allseits bekanntes Gefühl. Gerechtigkeit eröffne Lebensräume für Menschen. Deshalb sollen wir für Gerechtigkeit nerven – sogar Gott! Im Gebet können wir uns Gott anvertrauen. Wie aber kann man Beten lernen? Käßmann berief sich auf Luther, welcher sinngemäß gesagt habe, dass man beim Beten kein großes Aufheben drumrum machen solle, weil das Vaterunser als zentrales Gebet, das alles anspricht, reiche. Und beim Singen würde man gleich für zweimal beten.

Ein anderer Höhepunkt war für mich die Diskussion „Eine starke Gesellschaft“ mit Bundespräsident Joachim Gauck, dem bei „Wetten dass..?“ verunglückten Samuel Koch, dem Paralympics-Sieger und Pfarrer Rainer Schmidt, der Geschäftsführerin Inklusionsdienstleister Monika Labruier und Moderator Markus Lanz. Begleitet wurde die Diskussion von der Band „Rosi und die Knallerbsen“, ein Musikprojekt der Lebenshilfe Schenefeld e.V. Besonders beeindruckt hat mich Rainer Schmidt, welcher Dozent am Pädagogisch-Theologischen Institut der Ev. Kirche im Rheinland ist. Denn obwohl er ohne Unterarme geboren wurde, versprühte er Lebensmut und eine große Fröhlichkeit. Er erzählte immer wieder lustige Anekdoten aus seinem Leben. Eine Aussage von ihm, die alle Leute in der Halle ergriffen hat, lautet: „Ich danke Gott für diesen kleinen Daumen. Ich weiß nicht, wie viele gestern Abend beim Gebet gesagt haben: Danke Gott, dass ich zehn Finger habe. Das wäre für mich normal.“ Weitere Themen, die diskutiert wurden, waren u.a. der „richtige“ Umgang mit behinderten Menschen, Inklusion am Arbeitsplatz, inklusive Schulen und in Bezug auf PID und Abtreibung: die ethischen Aspekte. Beim Thema „inklusiven Schulen“ forderte Schmidt u.a. ein „gleiches Lernen, aber differenzierte Abschlüsse“. Daneben gibt es an den Arbeitsplätzen auch noch viel zu tun: Oft bringt die Einstellung eines behinderten Menschen Probleme mit sich, wie z.B. das Bauen von Rampen für Rollstuhlfahrer. Außerdem herrschen meistens Berührungsängste und Unwissen über Möglichkeiten bei den Arbeitgebern. Rainer Schmidt sprach auch an, dass Inklusion zwei Partner auf Augenhöhe brauche. So sollten Arbeitgeber fragen: „Was können wir tun, damit Sie bei uns arbeiten können?“ Bei diesem Thema kam auch zur Sprache, dass die Entlohnung sehr ungerecht ist. Der Lohn werde je nach Arbeitsleistung ausgezahlt. Aber Behinderte haben Leistungsschwankungen und werden demensprechend geringer bezahlt. Hier muss gleiches Recht für alle entstehen! Bein den Themen PID (Präimplantationsdiagnostik) und Abtreibung wurden die ethische Seite und die seelsorgerische Seite (z.B. Ängste der Eltern) gegenübergestellt. Leider sei es heute so, dass Menschen funktionieren müssen und alles unter wirtschaftlichen Aspekten betrachtet werde. Gauck formulierte es treffend, als er sagte „Wir muten uns kein Risiko mehr zu“. Dennoch betonte er, dass deutsche Gesetze das Leben schützen. Mein Fazit: Es hat sich gelohnt, um 6:20 Uhr mit der U-Bahn loszufahren, um dann bis 9:00 Uhr in einer langen Schlange zu stehen. Die Stimmung beim Warten war übrigens sehr locker: gemeinsam fingen wir Wartenden an, Lieder des Kirchentages zu singen und uns zu unterhalten. Diese schöne Stimmung hielt zumindest solange an, bis endlich die Türen geöffnet wurden…

Weitere Veranstaltungen, an denen ich u.a. teilgenommen habe, waren der Abend der Begegnung, Taizé-Gesänge („Nacht der Lichter“), eine Diskussion über Umwelt und deren Schutz mit Angela Merkel, das Wise-Guys-Konzert, eine lustige Bibelarbeit mit Eckard von Hirschhausen und ein Bibliolog über den Beginn der Ruth-Geschichte. Was ist ein Bibliolog? Das wusste ich bis dato auch nicht, aber es war eine Vorgabe, an einem Bibliolog teilzunehmen, um ihn kennenzulernen. Ein Bibliolog ist – vereinfacht gesagt – eine Möglichkeit, sich mit einem Bibeltext intensiv auseinander zu setzen. Ein Bibliologe (oder eine Bibliologin) liest langsam immer einen Abschnitt der Geschichte vor. Dann soll sich das Publikum in die Figur hineinversetzen, die der Bibliologe nennt, z.B.: „Was fühlst du, Ruth“. Dann hat man die Chance, mögliche Gedanken und Gefühle der Figur zu äußern. Dabei sind alle Antworten richtig. Der Bibliologe fasst die Antwort dann nochmal in eigenen Worten zusammen („Echoing“ genannt), sodass man besser darüber nachdenken kann. In einem zweiten Durchgang soll man sich überlegen, was man selbst in dieser Situation gedacht hätte. Im Anschluss an den Bibliolog gab es für die Teilnehmer die Möglichkeit, Fragen zum Bibliolog zu stellen. Dabei lernte ich neben vielen anderen Dingen, dass beim „Echoing“ die Wiederholung der Gefühlsäußerung neutral geschehen muss. Auch kann man die Bibliologie nicht einfach anwenden, sondern muss sie in Kursen erlernen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass der Bibliolog mir andere Sichtweisen auf die Ruth-Geschichte gebracht hat. Obwohl mir die Geschichte bekannt ist, habe ich sie in der Veranstaltung mit völlig anderen Augen betrachtet. Es ist sehr spannend, zu entdecken, mit welchen (möglichen) Gefühlen die Figuren zu tun hatten.

Natürlich nahm ich mir auch mal Zeit, um Hamburg zu erkunden. Das Wetter war genau richtig für einen Spaziergang durch die Hafen-City, an der Speicherstadt vorbei, zu den Landungsbrücken: viel Sonne, wenig Wolken, nicht zu warm und nicht zu kalt. Überall sah man die blauen Plakate des Kirchentages. Die U-Bahnen waren gefüllt mit Leuten, die einen blauen Schal trugen. Viele zeigten den Schal mit Stolz: mal an den Rucksack gebunden, mal als Gürtel und wer besonders auffallen wollte, band sich den Schal um den Kopf. Es herrschte schon eine besondere Atmosphäre in Hamburg – sogar während des Eröffnungsgottesdienstes auf der Reeperbahn. Dorthin kamen so viele Leute, dass der Spielbudenplatz für Zuspät-Kommer geschlossen wurde. Was auf dem Kirchentag zu kurz kam, war der Schlaf. Die Veranstaltungen liefen zum Teil bis spät in die Nacht und man musste wie schon erwähnt sehr früh aufstehen, um in die Hallen reinzukommen. Trotzdem ließen wir (die Kursteilnehmer) es uns nicht nehmen, am Sonntag schon um 4:30 Uhr loszufahren, um auf den St. Pauli-Fischmarkt zu fahren. Gestärkt von Fischbrötchen und Krabben machten wir uns um 6:00 Uhr auf den Rückweg zur Unterkunft, holten unsere Sachen und saßen pünktlich um 7:50 Uhr in unserer Bummelbahn für den Heimweg. Während der 8 Stunden andauernden Heimreise (mit fünfmal umsteigen) versanken wir in unsere Erinnerungen – manche so tief, dass sie vor dem Umsteigen geweckt werden mussten. Mir werden besonders folgende Sätze in Erinnerung bleiben:
Samuel Koch: „Der Glaube ist meine lebenserhaltende Maßnahme“
Joachim Gauck: „Ich möchte diesen Satz nicht kommentieren. Aber ich möchte Gott dafür danken, dass ich ihn höre.“

Ich persönlich möchte Gott dafür danken, dass ich zum Kirchentag fahren konnte. Denn es sind einmalige Erfahrungen und Erlebnisse, mit denen ich zu Hause ankam.

 

Katharina Würden-Templin

PS: Die Rücken- und Fußschmerzen haben schon wieder nachgelassen!
 

 

Übergang Schule - Beruf – Bewährungsprobe für die Inklusion!?

Mit diesem Informationsabend setzen wird die Reihe zur Inklusion in Kooperation mit der Ev Landjugendakademie, dem Kirchenkreis Altenkirchen und dem HIBA fortgesetzt. Nachdem wir uns im Jahr 2012 im Februar mit dem Begriff der Inklusion und sich daraus entwickelnden Angeboten und im November mit dem Stand der Inklusion in unserer Region beschäftigt haben, wollen wir nun damit beginnen, den Blick auf einzelne Bereiche zu richten. Beginnen werden wir mit einem Abend zum Übergang von der Schule in den Beruf.

Wir sind der Ansicht, dass eine wichtige Schwelle, an dem die Umsetzung von Inklusion in unserem Alltag deutlich wird, der Übergang in das Arbeitsleben ist. Die Offenheit des Arbeitsmarktes zeigt, ob unsere Gesellschaft zu einer umfassenden Teilhabe von Menschen mit und ohne Behinderungen bereit ist.

Daher wollen wir im Rahmen der Informationsabende der Beratungsstelle ein mutiges Projekt der Lebenshilfe im Kreis vorstellen. Die Lebenshilfe im Kreis Altenkirchen stellt einen Arbeitstrainer, der Menschen mit Behinderungen im Kreis auf ihrem Weg in den ersten Arbeitsmarkt, direkt an ihren Arbeitsplätzen in Betrieben, in Krankenhäusern und Verwaltungen im Kreis unterstützt.

Wir laden dazu ein, an diesem Abend auf ein Jahr Arbeitstraining "vor Ort" zurückblicken und dabei über Fragen zum Übergang aus der Schule in den Beruf von Menschen mit Behinderungen miteinander ins Gespräch kommen.

Dazu treffen wir uns zum Informationsabend am

Montag, den 11.03.2013 ab 18.30 Uhr
im Kuppelsaal der VG Wissen
oberhalb der Westerwaldbank - Eingang hinten am Parkplatz !

 

Als ReferentInnen begrüßen wir dazu,
 

  • Frau Gerlinde Räder - Beauftragte der Lebenshilfe für das Integrationsmanagement
  • Herrn Peter Pfeifer - Arbeitstrainer
  • Herrn Stefan Marx - Leiter der Westerwald-Werkstätten und der Gesellschaft für Service und Beschäftigung im Westerwald GSB mbH in Altenkirchen.


Wir freuen uns auf spannende Einblicke, auf wertvolle Anregungen und einen ergebnisreichen Abend mit Ihnen !

Der Eintritt ist frei.

Menschen mit Behinderungen, die zur Teilnahme an dem Abend Hilfen im Sinne der Barrierefreiheit benötigen, können sich in der Geschäftsstelle des HIBA unter der Telefon-Nr. 02742 / 4967 oder per Mail an HIBA@HIBAeV-AK.de melden.

 

„Durchblick“ zum Thema Inklusion

Kirchenkreiszeitung stellt Vielfalt der Arbeit eindrucksvoll dar

Inhaltsreich, gut zu lesen und manchmal auch grundsätzlich ist die neue Ausgabe der MitarbeiterInnen-Zeitschrift des Kirchenkreises Altenkirchen mit dem Schwerpunktthema „Inklusion“. Dass es hierbei bei weitem nicht nur um Menschen mit sichtbaren Handikaps geht, macht z.B. Timo Schneider vom Diakonischen Werk des Kirchenkreises in einem lesenswerten Beitrag deutlich. Das Ziel ist möglichst umfassende Teilhabe und der Einsatz gegen jede Art von Ausgrenzung, auch in sozialer Hinsicht.
Ansonsten wird berichtet über beispielgebende Projekte von Herdorf bis Flammersfeld. Der „Gottesdienst für Alle“ ist ebenso Thema wie die inklusive Freizeitarbeit und die Konfirmandenarbeit.

Zeitschrift Durchblick 2012

 

Inklusion im Westerwald – gelebte Wirklichkeit?

Inklusion bedeutet, dass alle Menschen – mit und ohne Behinderung – gleichermaßen am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können. Mit der Unterschrift unter der UN-Charta verpflichtete sich Deutschland 2008, das gemeinsame Leben von Menschen mit und ohne Behinderung in jedem Bereich möglich zu machen.


Wie weit sind wir im Kreis und im Westerwald tatsächlich?

Inklusion ist 2012 und 2013 Schwerpunkthema einer Veranstaltungsreihe in Zusammenarbeit der Beratungsstelle des HIBA, der Landjugendakademie und des Kirchenkreises in Altenkirchen. Start war der Inklusionsaktionstag im Februar 2012 in der Landjugendakademie in Altenkirchen.
Am

Mittwoch, den 14.11.2012 ab 18.30 Uhr
im Kuppelsaal der VG Wissen oberhalb der Westerwaldbank in Wissen -
Eingang hinten am Parkplatz (!)


stellen wir die Aussagen der UN-Charta der Situation im Kreis und der Region gegenüber. Wir zeigen dabei die entsprechenden inhaltlichen Aussagen der UN-Charta genau auf, und hören die Einschätzung von Praktikern aus der Region.

Dabei beleuchten wir die vier zentralen Lebensbereiche

  • Kindergarten und Schule
  • Übergang aus der Schule in den Beruf
  • Freizeit und Wohnen 
  • das Leben im Alter


Der Eintritt ist frei.


Was denken Sie zu Inklusion?
Welche Erfahrungen haben Sie gemacht? Beteiligen Sie sich an der Diskussion und sagen Sie uns Ihre Meinung.

Wir freuen uns auf einen spannenden und diskussionsreichen Abend mit Ihnen!

Mit herzlichen Grüßen aus Wissen,

Christof Weller
HIBA e.V. Wissen
Anke Kreutz
Evangelische
Landjugendakademie
Hans-Jürgen Volk
Kirchenkreis Altenkirchen

 

Weitere Hinweise zu den Angeboten des HIBA finden Sie unter www.HIBAeV-Ak.de
Menschen mit Behinderungen, die zur Teilnahme an dem Abend Hilfen im Sinne der Barrierefreiheit benötigen, melden sich bitte vorher in der Geschäftsstelle des HIBA unter der Telefon 02742 / 4967 oder per Mail an HIBA@HIBAeV-AK.de.

 


 

„Behindertenarbeit“ im Kirchenkreis Altenkirchen

Auf dem Weg zu einer inklusiven Kirche, in der Jede/r dazu gehört

Barrieren abzubauen und den Alltag so umzugestalten, dass Jede und Jeder unabhängig von Beeinträchtigungen dazu gehört, dieses Ziel verfolgt „die Arbeit mit behinderten Menschen und ihren Angehörigen“ in unserem Kirchenkreis mit wachsender Intensität. Konzeptionelle Begleitung und praktische Unterstützung erfährt die Arbeit durch den entsprechenden synodalen Fachausschuss, der von der engagierten Vorsitzenden Doris Krapp geleitet wird.

Wer ist eigentlich behindert? Seit langem stellt sich der Ausschuss diese Frage, auch um das Arbeitsfeld sinnvoll einzugrenzen. Die Antwort: Jeder Mensch hat es im Laufe seines Lebens mit Beeinträchtigungen zu tun. Die Neigung zu heftiger Migräne, die Sehbehinderung, der Missbrauch von Pharmazeutika zur (vorrübergehenden) Leistungssteigerung oder die Kaufsucht sind ebenso Handikaps wie das Angewiesensein auf den Rollstuhl, die MS-Erkrankung oder die sog. „geistige Behinderung“. Das Konzept der Inklusion will der Vielfalt der menschlichen Gaben und Beeinträchtigung gerecht werden. Um dies zu erreichen, wird eine am Menschen orientierte Umgestaltung des Alltags auch in unserer Kirche angestrebt - ein verheißungsvoller und biblisch gebotener Weg, dessen Ziel gewiss noch nicht erreicht ist.

Um sich dem Ziel der Inklusion anzunähern, ist die Kooperation mit Partnern von entscheidender Bedeutung. Unsere wichtigsten Partner in der letzten Zeit waren die Lebenshilfe, der HiBA sowie die Landjugendakademie Altenkirchen.

Projekte und Termine 2012/2013:

Gottesdienst für alle -
der „inklusiver Gottesdienst“.
23. September 2012, 10 Uhr, in der Kreuzkirche in Betzdorf - Thema: Du bist gewollt!
7. Oktober, 10 Uhr,  in der Kirche Hilgenroth - Thema: Erntedank
Inklusive Jugendfreizeit Frühsommer 2013, gemeinsam mit dem HiBA
Info-Abend zum Thema „Inklusion“ zu 4 Themenbereichen:
- Bildung / Schule / Kindertagesstätte
- Arbeit / Übergang Schule - Beruf
- Freizeit / Alltag / Wohnen
- Alter
14. November 2012, 18 Uhr, Kuppelsaal Wissen (Gemeinsam mit dem HiBA und der Landjugendakademie)
Der Abend schließt sich an die Veranstaltung vom 28. Februar 2012 „Inklusion ist möglich“ in der Landjugendakademie an.
Info-Abend zum Thema Arbeitsassistenz 11. März 2013 in Kooperation mit der Lebenshilfe, VHS Wissen, HiBA, Landjugendakademie
Kabarettabend mit Rainer Schmidt 12. September 2013 im Kulturwerk in Wissen in Kooperation HIBA, LJA, IGS Hamm/Sieg, VHS Wissen
Veranstaltungsreihe zum Thema "Kunstatelier" in 2013 - an verschiedenen Orten
Gewalt gegenüber Frauen mit Behinderungen im Kuppelsaal in Wissen im Oktober /November 2013 - in Kooperation: HIBA Wissen, LJA, Frauennotruf Westerburg, VHS


 

Gottesdienst für alle

Am 22.04.2012 fand in Eichelhardt ein Gottesdienst für alle mit dem Thema „Angst und Vertrauen“ statt. Angst ist etwas Alltägliches – sogar in der Bibel findet sich Angst. Die Kinder des Kindertreffs (unter der Leitung von Sabine Stein und Marion Funk) spielten mit Pantomime sehr schön eine Geschichte nach, in welcher es um Angst und Vertrauen ging:

Nach einem harten Arbeitstag wollte Jesus etwas Zeit für sich haben. In der Zwischenzeit fuhren seine Jünger in einem Boot hinaus auf den See Genezareth. Doch es brach ein Sturm mit Wind und Wellen los. Die Jünger hatten sehr viel Angst. Doch Petrus entdeckt Jesus auf dem Wasser. Er hat Vertrauen zu ihm, klettert über die Bordwand und läuft auf dem Wasser zu ihm hin. Doch die großen Wellen machen ihm Angst: Er beginnt zu sinken. Doch Jesus war da, auf ihn konnte Petrus vertrauen. Jesus nahm ihn bei der Hand und half ihm aus dem Wasser. Trotz seiner Angst vertraute Petrus auf Jesus – und wurde nicht enttäuscht.



Die Kinder hatten sich was Besonderes einfallen lassen: Sie benutzten für ihr Anspiel ein aufblasbares blaues Ruderboot mit Paddeln. Für diese tolle Idee und ihre wundervollen schauspielerischen Künste bekamen sie viel verdienten Applaus.
Auch musikalisch war dieser Gottesdienst gelungen. Z.B. teilte Ursula Räder die Gemeinde in zwei Gruppen ein und übte den Kanon „Wo zwei oder drei“ mehrstimmig mit den Gottesdienstbesuchern ein.
Im Anschluss an den Gottesdienst konnte man sich in einer gemütlichen Kaffeerunde in Gesprächen austauschen – während die Kinder die Luft aus dem Schlauchboot ließen und offensichtlich viel Spaß dabei hatten.

Text und Foto: Katharina Würden

 

Inklusive Jugendfreizeit

Schöne Tage auf der Freusburg

Vom 1. bis zum 3. Juni 2012 führte der Ev. Kirchenkreis Altenkirchen gemeinsam mit dem Hilfsdienst für Behinderte und ihre Angehörige (HiBA) ein inklusives Jugendwochenende auf der Freusburg durch. Es war ein gelungenes Projekt, das bei den Jugendlichen gut ankam.



Foto: Katharina Würden


Am Freitag-Abend stand Kennenlernen auf dem Programm. Die Gemeinschaft der Jugendlichen festigte sich dann bei der Zubereitung und dem Verzehr von Stockbrot. Bis spät in den Abend hinein saß man beim Lagerfeuer zusammen.

Voller Aktivitäten war der Samstag. Vormittags stand eine spannende Schnitzeljagd auf dem Programm, die die Jugendlichen auch körperlich forderte. Am Nachmittag fuhr die Gruppe zum Tierpark nach Bad Marienberg. Abends wurde im Burghof gegrillt.

Am Sonntag wurde ein Gottesdienst gefeiert, den Jugendliche der Kirchengemeinde Hilgenroth vorbereitet hatten. Im Mittelpunkt stand die Schöpfungsgeschichte. Ermutigend war die Resonanz: „Gänsehaut“ lautete eine Rückmeldung. „Ich hab alles verstanden, das ist toll!“ so eine weitere Jugendliche.

Im kommenden Jahr planen Pfarrer Hans-Jürgen Volk und Sionja Müssig vom HiBA erneut ein inklusives Jugendwochenende.

 

 

Jeder gehört dazu!

Gottesdienst für alle mit Einführung

Am 5. Juni 2011 wurde Herr Pfarrer Volk im Rahmen eines „Gottesdienstes für Alle“ in den kreiskirchlichen Zusatzauftrag für die Arbeit mit Behinderten und ihren Angehörigen eingeführt. Zahlreiche Einzelpersonen und Gruppen wirkten an dem Gottesdienst mit, so die Superintendentin der Kirchenkreises Altenkirchen, Andrea Aufderheide, der aus den Mitgliedern des Presbyteriums die Kirchengemeinde Hilgenroth bestehende Presbychor, die Kinder der „Kindergruppe“ und des „Krimiclubs“, die Kindertanzgruppe des SV Eichelhardt sowie die Theatergruppe der Lebenshilfe Flammersfeld.

Die Kindergruppe unter Leitung von Sabine Stein und Marion Funk

Die Kindergruppe unter Leitung von Sabine Stein und Marion Funk

 

Nach der Begrüßung durch Pfarrer Volk leitete Ursula Räder die Gemeinde dazu an, das Lied „Wo zwei oder drei“ im Kanon zu singen. Im Anschluss stellten die Kinder der Kindergruppe verschiedene Pantomime zu einzelnen Aussagen der Psalmen dar. (Z.B. „Mit meinem Gott kann ich über Mauern springen“, „Gott ist mein Fels und meine Burg“, „Von allen Seiten umgibst du mich“ oder „Du führest mich zu frischem Wasser“)

Die Kinder vom Krimiclub in Aktion

Die Kinder vom Krimiclub in Aktion

Nach dieser gelungen Aufführung sangen die Kinder des „Krimiclub“ das Lied „Spar dir deine Sorgen“ und machten dazu passende Bewegungen. Die Kindergruppe und der Krimiclub erhielten einen großen Applaus.

Über 150 Menschen waren nach Eichelhardt gekommen

Über 150 Menschen waren nach Eichelhardt gekommen

 

Nachdem die Gemeinde gemeinsam das Lied „Gott gab uns Atem, damit wir leben“ gesungen hat, hielt Andrea Aufderheide eine kleine Ansprache. Sie hatte Herrn Volk als Geschenk eine Sonnenblume mitgebracht. Diese Blume wird wegen ihrer gelben Farbe in allen Sprachen mit der Sonne in Verbindung gebracht, so Aufderheide. Außerdem würde sie ihre Blüte immer der Sonne zuwenden. Die Beziehung zwischen Sonnenblume und Sonne sei auch ein gutes Sinnbild für die Beziehungen zwischen Mensch und Gott. Gott ist wie die Sonne immer da, auch wenn gerade eine Wolke am Himmel ist und wie die Sonne, so spendet auch er Wärme. Deshalb soll der Mensch sich wie die Sonnenblume zur Sonne Gott zuwenden.

Nach Aufderheide steht die Sonnenblume auch für die Gemeinde Gottes. Denn im Spätsommer trägt eine Sonnenblume viele kleine Kerne. Sobald ein Kern fehlt, wird die Blüte locker und instabil. Alle Kerne sind wichtig. So ist es auch innerhalb der Gemeinde: Jeder Mensch braucht den anderen. Wenn alle ihre Gaben zusammentragen ergibt das eine schöne Gemeinschaft. Für Gott ist jeder kleine Kern wichtig. Denn in jedem Kern wohnt die Kraft der ganzen Blume.

Im Anschluss an diese Rede trat der „Presbychor“ mit dem Lied „We are marchin‘ in the light of God“ auf. Die letzte Strophe sang die Gemeinde begeistert mit.

Nun führte Andrea Aufderheide Pfarrer Volk einen seinen neuen Dienst ein. Sie sagte, dass jeder Teil (eines Körpers) seine bestimmte Aufgabe hat. Sie betete für Herrn Volk und gab ihm Gottes Segen. Der Kreissynodalvorstand gab Herrn Volk Bibelverse als Sendung mit auf den Weg. Frau Aufderheide wendete sich noch der Gemeinde zu und gab ihr den Auftrag, Herrn Volk zu helfen und zu unterstützen.


Einführung von Pfarrer Volk durch Superintendentin Andrea Aufderheide

Einführung von Pfarrer Volk durch Superintendentin Andrea Aufderheide

 

Herr Volk hielt danach eine Ansprache über die Vorstellungen des Apostels Paulus über den Leib. Kein Mensch möchte freiwillig auf einen Körperteil verzichten. Selbst der kleine Finger ist wichtig. Herr Volk verwies auf zwei vorne aufgestellte Stellwände, welche je einen Körper darstellten. Um die Körper herum waren Fotos von Gemeindemitgliedern und -aktionen aufgeklebt. Die Gemeinde symbolisiert den Leib Jesu – wo jeder hinzugehört.

Auch ein Puzzle sieht nur gut aus, wenn alle Puzzlestücke beisammen sind. Wenn eins fehlt, ist das Puzzle nicht mehr vollständig. Jeder Mensch hat seine besonderen Gaben. Außerdem hat Gott jeden Menschen lieb.

Der Presbychor der Kirchengemeinde Hilgenroth

Der Presbychor der Kirchengemeinde Hilgenroth

 

Nach der Ansprache sang der „Presbychor“ das Vaterunserlied „Bist zu uns wie ein Vater“. Danach hatte die Theatergruppe der Lebenshilfe Flammersfeld ihren großen Auftritt. Sie hatte sich Gedanken über Seelsorge gemacht. Vier Schauspieler stellten mit Pantomime und Musik die Geschichte eines Mannes dar, welchen seine Frau verlässt. Der Mann ist ganz bestürzt und sucht Trost in Alkohol und in einer fremden Frau. Doch dann trifft er einen guten Seelsorger und fühlt sich besser. Zum glücklichen Happy End kommt es, als seine Frau wieder zu ihm zurückkehrt.

Ein besonderes Highlight war der Auftritt der Theatergruppe der Lebenshilfe Flammersfeld unter Leitung von Herrn Ludwig

 

Nach einem gebührenden Applaus wurden vom Presbyterium die Fürbitten verlesen. Nach dem Segen sowie dem Segenslied „Gott, dein guter Segen“ führte die Kindertanzgruppe des SV Eichelhardt unter der Leitung von Lisa Könsgen noch einen schönen Tanz zu einem afrikanischen Lied auf.

Die Kindertanzgruppe vom SV Eichelhardt unter Leitung von Lisa Könsgen

 

 Doch auch nach dem Gottesdienst ging das Programm weiter. Stühle und Tische wurden für gemütliche Runden bei Kaffee und Kuchen aufgestellt. So konnte es zu zahlreichen interessanten Gesprächen kommen. Draußen vor dem Gemeindehaus konnten die Kinder sich auf einer Hüpfburg so richtig austoben. Unterdessen wurden Fotos, welche während des Gottesdienstes von den Besuchern gemacht wurden, auf die Stellwände, die Körper zeigen, aufgeklebt. So konnten die Besucher sich noch einmal deutlich machen, dass auch sie zum großen Leib Jesu – der Gemeinde – dazugehören. Jeder gehört dazu!

 

Text und Fotos: Katharina Würden

 

 
Evang. Kirchengemeinde Hilgenroth | Kirchstr. 3-5 | 57612 Eichelhardt | Tel. 02681-1720 | Info@kgm-hilgenroth.de | Datenschutzerklärung


ZURÜCK     DRUCKEN    SEITENANFANG