Materialien

K

Aktionsplan der Landesregierung
Umsetzung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen

Zeitschrift Durchblick 2012

 

Text:    UN-Behindertenrechtskonvention


Wer ist eigentlich behindert?


Beim Stichwort „Behinderung“ fallen einem auf Anhieb möglicherweise Menschen ein, die auf den Rollstuhl angewiesen oder die erblindet sind, vielleicht auch sog. „Geistig-Behinderte“ mit Down-Syndrom. Doch diese Betrachtung trifft eher unsere Gesellschaft. Denn im Alltag einer Konkurrenz- und Marktgesellschaft entstehen immer wieder innere und äußere Barrieren, die Menschen mit Behinderungen das Leben schwer machen.
Schaut man genauer hin und betrachtet dabei auch sich selbst, hat jeder Mensch irgendwo eine Behinderung. Bei Wetterwechsel habe ich es oft mit heftigen Kopfschmerzen zu tun, die mich enorm behindern können. Der hochintelligente Kopfmensch hat manchmal erhebliche Schwierigkeiten, mit seinen Gefühlen umzugehen. Manche sind in ihrem Alltag überfordert bis hin zum Burn-out. Jeden Tag werden wir etwas älter. Ab einem bestimmten Punkt nimmt die körperliche Leistungsfähigkeit ab, manchmal auch die geistige. Bis zur Demenz kann dies führen. Fazit: Jeder von uns ist behindert, mal mehr, mal weniger. Auf Solidarität und Hilfe ist jeder und jede an bestimmten Punkten des eigenen Lebens angewiesen. Wir brauchen einander! Jeder und jede hat Schwächen - aber auch ganz besondere Stärken. Jeder Mensch ist ein besonderer Gedanke Gottes. Das macht seine Würde und seinen Wert aus.

Inklusion … - was ist denn das??

Die erste Aufgabe von „Behindertenarbeit“ ist es, innere und äußere Barrieren abzubauen. Der zweite Schritt ist das Anregen und Organisieren von mitmenschlicher Solidarität, sodass Menschen, die durch einen oft kalten Alltag einer Konkurrenzgesellschaft behindert werden, dennoch wie selbstverständlich dazu gehören. Hier ist der wichtige Begriff der „Inklusion“ von Bedeutung. Der hört sich zwar wieder einmal nach dem typisch aufgeblasenen „Neusprech“ an, enthält allerdings eine faszinierende Programmatik. Bei dem Bemühen um „Integration“ geht es darum Menschen mit Schwächen im Alltag zu unterstützen und ihnen über mögliche Barrieren hinwegzuhelfen. Auch dies ist und bleibt ein wichtiges Anliegen. Bei der „Inklusion“ geht es um mehr: Der Alltag ist so umzugestalten, dass Jede und Jeder in seiner jeweiligen Verfassung wie selbstverständlich dazu gehört als unentbehrlicher Teil eines Ganzen. Sehr anschaulich hat das der Apostel Paulus auf den Punkt gebracht mit seinem Bild vom Leib(1. Korinther 12 z.B.), an dem jeder einzelne Mensch ein ganz eigenes unverzichtbares Glied ist.

Hans-Jürgen Volk (Pfarrer)

 

 
Evang. Kirchengemeinde Hilgenroth | Kirchstr. 3-5 | 57612 Eichelhardt | Tel. 02681-1720 | Info@kgm-hilgenroth.de | Datenschutzerklärung


ZURÜCK     DRUCKEN    SEITENANFANG